China-Rosen
Alte Rosen Klasse II
1. China-Rosen
2. Teerosen
3. Bourbon-Rosen
4. Portland-Rosen
5. Remontant-Rosen
6. Noisette-Rosen
Die China-Rose ist eine alte Rose mit einer jahrtausendlangen Geschichte, die sich jedoch nicht exakt datieren läßt. Schriftliche Belege für ihre Verwendung als Zierpflanze finden sich bei dem chinesischen Philosophen Konfizius, der bereits um 500 v. Chr. von Rosenpflanzungen in den kaiserlichen Gärten zu Peking berichtet.
Über die Seidenstraße und andere Handelswege wurde die China-Rose bis nach Arabien, Indien und Singapur verbreitet und kam Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa. Infolge des Importweg über die Handelskompanien aus Ostindien wurde sie irreführenderweise auch als Rosa indica bezeichnet. Es handelt sich jedoch um keine Wildrose, sondern um eine Klasse lange kultivierter Gartenrosen, die vermutlich als Abkömmlinge von Rosa chinensis mit Rosa gigantea (Rosa × odorata) sowie vermutlich Rosa multiflora und weiteren asiatischen Wildrosen entstanden ist. Ihre Eigenschaft, mehrmals zu blühen, ihre Farben (rot und gelb) und ihr typischer Teerosen-Duft bereichern seither die Züchtungen der Gartenrosen.
Wuchs und Verwendung
Die China-Rose ist als diploide Rose im Vergleich zu den tetraploiden Gartenformen generell etwas zierlich. Eine weitere Besonderheit ist, daß die Blütenfarbe mit dem Alter der Pflanze immer intensiver wird, anstatt zu verblassen, wie das bei vielen europäischen Sorten der Fall ist.
Durch Kreuzungen der europäischen Gartenrosen mit den China-Rose entstanden in der Folge die Gruppen der Portland-Rosen, Noisette-Rosen, Bourbon-Rosen, Remontant-Rosen und Teerosen.
Nachteile der China-R osen
Neben den genannten positiven Faktoren vererbten sie aber auch ungünstige Eigenschaften. Dazu gehören in erster Linie die fehlende Frosthärte, sodass sehr viele China-Rosen und deren erste Abkömmlinge in unseren mitteleuropäischen Breiten nur schwer zu kultivieren sind. Sie müssen zumindest einen geschützten Standort haben, wenn nicht sogar einen speziellen Winterschutz (Vlies). Weiters duften die Blüten nur schwach überhaupt nicht. Darüber hinaus benötigen die China-Rosen und ihre Abkömmlinge einen jährlichen Rückschnitt benötigen. Krankenheiten gegenüber sind sie nur bedingt resistent. Dem Mehltau, aber auch anderen Pilzen und Schädlingen können diese nicht heimischen Rosen nicht viel entgegensetzen.
Leider erlebte man auch mit den ersten neuen Hybriden bittere Enttäuschungen: Die meisten überlebten nicht und die wenigen, die heute noch existieren, sind in den meisten Fällen spärlich im Wuchs und sehen verkümmert aus.
Vier Stammrosen
Die ersten vier chinesischen Gartenrosen, die nach Europa kamen, waren „Slater's Crimson China“ (1792), „Parson's Pink China“ (1793), „Hume's Blush China“ (1809) und „Park's Yellow Tea scented China“ (1824).
Die Sorte 'Old Blush', synonym 'Monthly Rose', 'Pallida' oder auch 'Parson's Pink China' blühte von Juni bis zum Winter, weshalb sie für viele Kreuzungen verwendet wurde.
Eine besondere China-Rosen ist die Sorte Viridiflora. Bei dieser „grünen Rose" sind alle Blütenteile zu Photosynthese betreibenden Organen umgewandelt. Sie entstand spontan durch eine Mutation aus der Sorte 'Old Blush'.
Durch die Kreuzung von öfterblühenden China-Rosen mit den einmalblühenden europäischen Alten Rosen entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts die Gruppe der sogenannten China-Hybriden; diese blühen nur einmal im Frühsommer, weil die entsprechenden Gene der alten Rosen dominant sind. Bekannt ist die Sorte 'Brown´s Superb Blush', die 1815 in England gekreuzt wurde. Weitere Sorten, die damals auf den Markt kamen, gerieten in Vergessenheit. Erst durch die Kreuzung der China-Hybriden untereinander entstanden erste öfterblühende Sorten, die später die neuen Klassen begründeten.
Wildrosen & China-Hybriden
Generell darf man die chinesichen Wildrosen nicht mit den aus China importierten Gartenformen verwechseln, die als China-Rosen bezeichnet werden. Darüber hinaus muß auch berücksichtigt werden, daß diese aus China importierten Gartenformen in Europa für weitere China-Rosenzüchtungen verwendet wurden, diese Hybriden also nicht direkt aus China kommen und dennoch als China-Rosen geführt werden.
China-Rosen am Artnerhof:




