Alte Rosen - Eine allgemeine Beschreibung
(teilweise aus Wikipedia entnommen)
Alte-Rosen - Übersichtstabelle
Neben den natürlich vorkommenden Wildrosen, die auch als botanische Rosen bezeichnet werden und die sich vor allem dadurch auszeichnen, daß sie nicht gezüchtet worden sind, sondern ihre Erbmasse artenrein ist, gibt es noch die sogenannten Gartenrosen, die im Gegensatz dazu nun gezielte Zuchtprodukte sind, zu denen auch die Gruppe der Alten Rosen gehört.
Die Bezeichnung „Alte Rosen“ hat nichts mit dem Alter der Rosen zu tun, sondern bezieht sich auf eine der vielen Roseneinteilungen, die, seitdem es Rosen gibt und sie gezüchtet werden, dazu dienen die beinahe unendliche Vielfalt von Rosen zu kategorisieren und sie systematisch einzuordnen. Zu dieser Gruppe zählen wir mehrere Klassen, die bereits vor 1867 existiert haben.
Alte Rosen werden auch „historische Rosen“ bezeichnet, was dadurch herrührt, daß sie zu den am längsten kultivierten Garten-Rosen gehören und sozusagen historisch, vielleicht auch geschichtsträchtig, sind.
Zu den Alten Rosen zählen folgende Rosenklassen:
Gallica-Rosen (erste europäische Gartenformen), Damaszener-Rosen (nicht heimisch, stammen aus der Mittelmeerregion), Zentifolien (Holland), Moos-Rosen (Untergruppe der Zentifolien), Alba-Rosen (vor 1800), China-Rosen (vor 1819), Noisette-Rosen (Amerika, 1817), Bourbon-Rosen (Insel Reunion), Portland-Rosen (1817), Teerosen (1833), Remontant-Rosen (1837).
Sorteneigenschaften der Alten Rosen
Folgende Sorteneigenschaften sind charakteristisch für Alte Rosen:
- der recht stark ausgeprägte Duft
- die Blütenform: breite, flache, schalenförmige, meist dicht gefüllte Blüten;
- der Wuchs: alte Rosensorten wachsen zu stattlichen Sträuchern;
- der Blührhythmus: sie sind in der Regel einmalblühend höchstens im Herbst nachblühend;
- die Farbpalette: alte Rosen zeigen pastellfarbene, weiße, rosa-rote bis zu purpurrote Blüten; die Farbe rot oder gelb fehlt komplett.
Die Geschichte der Alten Rosen
Es sind Sorten dieser Rosengruppen, die teilweise bereits in der Antike erwähnt und manchmal sogar beschrieben wurden, wodurch wir heute sehr aufschlußreiche Rückverfolgungen machen können, ob denn bestimmte Rosen in der heutigen Form auch damals schon existiert haben. So beschreibt bereits Vergil 50 v. Chr. die „Rose von Paestum", die möglicherweise mit der heute noch existenten Sorte 'Quatre Saisons' nah verwandt oder identisch sein könnte und ein zweites Mal blühte. Die eleganten Damaszener-Rosen wurden schon in der Antike in Persien kultiviert, bevor sie, wahrscheinlich durch Kreuzfahrer, nach Europa kamen.
Im Europa des Hochmittelalters wurden die ersten Gartenrosen aus wilden Rosen kultiviert und bereits im 14. Jahrhundert gab es einige klar unterscheidbare Rosengruppen. Damals wurden drei Hauptgruppen von Rosen kultiviert: Gallica-Rosen, Alba-Rosen und Damaszener-Rosen, alle einander ziemlich ähnlich, daher wurden die Gruppen oft miteinander verwechselt. Die weiße Rose des englischen Herrscherhauses York ist eine frühe Alba-Rose. Sie ist nah verwandt mit der Rosa canina. Das konkurrierende Haus Lancaster führt dagegen eine rote Gallica-Rose im Schild.
Im 17. bis 18. Jahrhundert kam die Gruppe der Zentifolien durch Bemühungen vorwiegend holländischer Züchter hinzu. Lange Zeit galten die Zentifolien als eine sehr alte Gruppe, jedoch haben sie eine komplexe Abstammung neueren Ursprungs.
Der Einfluß der China-Rosen
Das Charakteristikum der Alten Rosen war zunächst, daß sie nur einmal im Jahr blühten – im Frühsommer und das manchmal auch nur recht kurze Zeit. Durch botanische Exkursionen in Asien (China, Indien, Japan) stieß man auf Rosen, die öfter während des Sommers blühten. Diese Rosen waren Naturkreuzungen chinesischer Wildrosen. Diese sogenannten China-Rosen stellten selbst keine Wildrosen mehr dar, sondern sind Jahrtausende alte Gartenrosen, die in China kultiviert wurden. Die China-Rosen waren allerdings sehr Kälte empfindlich und nur wenige Sorten lassen sich in Mitteleuropa dauerhaft in geschützten Standorten kultivieren. Natürlich fand sie aufgrund ihrer Eigenschaft öfter zu blühen als bloß einmal, ein Höchstmaß an Interesse innerhalb der Gemeinschaft der Rosenzüchter. Denn es schien allen klar, kreuzte man die China-Rosen mit einer herkömmlichen europäischen Alten Rose, so mußte dies doch zu einer öfterblühenden Alten Rose führen.
Die Entwicklung der europäischen Rosenzucht stand also vor einem einschneidenden Moment: Man begann China-Rosen mit Alten Rosen zu kreuzen. Damit konnte erstmals das wiederholte Blühen bewußt gezüchtet werden. Allerdings verebten die Alten Rosen ihr Einmalblüh-Gen dominant weiter und die F1-Generation blühte daher auch nur einmal im Jahr. Erst als die F1-Generationen untereinander gekreuzt wurden, entstanden wirklich öfterblühende Rosen.
Daher teilt man die Alten Rosen in 2 Gruppen: Rosen ohne China-Rosen-Einfluß: Alte Rosen Klasse I
Rosen mit China-Rosen-Einfluß: Alte Rosen Klasse II
Alte Rosen Klasse I sind europäische Urgartenformen, die nur einmalblühend sind (meistens, es gibt auch Ausnahmen), dafür aber mit einer enorme Gesundheit und Robustheit ausgestattet. Dazu zählen nun die Rosenklassen: Gallica-Rosen, Alba-Rosen, Damaszener-Rosen, Zentifolien und Moosrosen
In die Gruppe der Alten Rosen Klasse II gehören nun die im Laufe des 19. Jahrhunderts gezüchteten Bourbon-Rosen, Noisette-Rosen, Portland-Rosen, Teerosen und Remontant-Rosen.
So blühten diese Rosen nun tatsächlich öfter während der Sommermonate, allerdings kostete es die Pflanze auch sehr viel Kraft immer wieder Blüten hervorzubringen, sodaß sie an Robustheit verlor und anfälliger für Rosenkrankheiten wurde und auch mehr Pflege benötigte.
Diese damals neuen Rosenklassen, deren Vertreter in der Regel eine zweite Blüte im Spätsommer zeigen oder wirklich öfter blühten, konnten ihre ganze Schönheit nicht bis zu ihrem Höhepunkt ausschöpfen, da bereits der nächste markante Wendepunkt in der Rosengeschichte unaufhaltsam näher rückte: Das allen Rosenfreunden bekannte Jahr 1867.
Das Ende der Alten Rosen
Es dauerte demnach nur wenige Jahrzehnte, in denen die Alten Rosen Klasse II so richtig frisch drauf los gezüchtet wurden. Bald schon entwickelte sich die Rosenzucht in eine andere Richtung. Das Remontieren bzw. die Dauerblüte, die Aufnahme der Farben Rot und Gelb ins Farbspektrum der Rosenblüte, die bisher ja völlig gefehlt haben, und die Ausbildung einer einzigen sehr großen Blüte bzw. Knospe auf einem langen Stiel, läuteten das Zeitalter der Modernen Rosen ein. Dies geschah mit der Einführung der ersten Teehybride im Jahre 1867. Somit endet die Periode der Alten Rosen mit der Einführung dieser Teehybride „La France“. Sie war die erste Moderne Rose - eine öfterblühende winterfeste Rose.
Gallica-Rosen, Damascener-Rosen, Alba-Rosen, Zentifolien, Moosrosen, Alte Strauchrosen
China-Rosen, Bourbon-Rosen, Portland-Rosen, Remontant-Rosen, Noisette- Rosen
Alte Rosen - Übersichtstabelle

















